Als Mutter wird man immer wieder damit konfrontiert, dass die eigene Handhabe von Alltäglichem mit dem Krümel in Frage gestellt wird. Man erhält Tipps und Hinweise, wie man mit seinem Kind umgehen sollte, was man in den Augen der anderen verbessern kann oder gar falsch macht. Zum Teil sind diese Ratschläge willkommen, zum Teil aber auch einfach nur deplatziert. Ich hätte nie gedacht, dass das Thema Baby/Kind zu solchen Kontroversen unter Erwachsenen/Eltern führen kann.

Themen und Problemsituationen die Ratschläge hervorrufen

  1. Das Stillen klappt nicht reibungslos.
  2. Der Breistart der Krümel stockt.
  3. Ein gutes Essverhalten beim Krümel kehrt sich um.
  4. Das Kind zu beruhigen dauert unendlich lang und es ist auf einmal viel mauliger als noch vor einer Woche.
  5. Wenn der Krümel abends nicht mehr ohne Tragen ins Bett möchte.
  6. Ab wann Sie auf das Töpfchen zu gehen haben, selber essen können sollten oder Schuhe anziehen sollten.
  7. etc.

 

Was löst es in einer frisch gebackenen Mutter aus, wenn sie ungefragt in Frage gestellt wird? Und es einer von jenen Tipps war, die einfach nicht auf das eigene Kind anwendbar sind?

Phase I

Selbstzweifel – Hemmungen – Verkrampftheit im Umgang mit ihrem Krümel. Als Mutter fängt man an seine eigenen Entscheidungen und Handlungen zu überdenken. Es ist traurig, wenn es das ist, was die Menschen bezwecken, wenn sie einem ungefragt ihre Meinung entgegen bringen?! So werden schwierige Situationen mit dem Krümel noch schwieriger. Schließlich hat nun nicht mehr nur eine Partei in der Mutter-Kind-Beziehung ein Bedürfnis oder Problem. Jetzt stehen sich zwei Wesen gegenüber die beide das Gleiche brauchen – Verständnis.

Als Mutter sieht man schnell ein, dass man so nicht weiter kommt. Man widmet sich wieder ganz dem Krümel auf die beste Art, die man eben geben kann. Auf die Art, die der Krümel kennt, was er erwartet und wahrscheinlich braucht. Und wenn die Situation so für die Mama nicht mehr tragbar ist, dann ändert sie ihr Verhalten nicht von heut auf morgen und stellt die Welt des Krümels auf den Kopf. Sondern sie versucht sich zusammen mit ihrem Schützling der neuen Handhabe zu nähern – das Tempo darf der Krümel vorgeben. Die Mama ist überzeugt davon, dass sie am Besten weiß, was für den Krümel und sich selbst am Besten ist – was zur Phase II führt.

Phase II

Die Mutter wird böse über die Kommentare, Hinweise und Tipps. Sie fängt an nicht mehr sich in Frage zu stellen, sondern die Ratschlaggeber, Besserwisser und Tipps-Verteiler. Im Kopf geht sie passende Antworten auf die unsinnigen Kommentare ihrer Umwelt durch und sieht schließlich ein, dass auch das nichts bringt. Denn zum Großteil sind die Bemerkungen nur gut gemeint, denn jedes Kind und jede Mutter ticken anders. Bei dem einen Kind funktioniert es vielleicht auf die beschriebene Art und Weise, was nicht heißt, dass es bei dem eigenen auch Erfolg verspricht. Aber da die Umwelt einem sicher nur helfen will, durch schwere Zeiten zu kommen, sollte man sich entspannt zurück lehnen und daran denken, dass es alles nur eine Phase ist und die Kinder irgendwann 18 sind und auf eigenen Beinen stehen.

Fazit

Falls sich also mal wieder so ein Augenblick anschleicht, indem ihr euch in Frage gestellt fühlt, euch selber in Frage stellt oder ähnliches – nehmt euch kurz aus der Situation raus – denkt darüber nach, ob der Ratschlag wirklich Sinn macht, wenn „ja“, dann seid dafür offen und dankbar, aber wenn nicht, dann einfach ins eine Ohr rein und aus dem andern wieder raus. Ihr seid die Mutter – ihr wisst was für euch und euren Krümel das Beste ist. Also vertraut auf euch selbst!

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