Ihr Lieben, kennt ihr das auch? Ihr seid schwanger und jeden Tag passiert so viel Neues und alles ist aufregend. Das letzte Mal übergeben. Das erste Mal das Kind gespürt. Die wachsenden Zentimeter an Umfang. Und hinterher ist fast alles wieder vergessen.

Nicht so bei Denise. Denn Denise hat in der Schwangerschaft fleißig Tagebuch geführt und dieses dann einige Zeit danach sogar als Buch herausgebracht: Baby im Bauch, Chaos im Kopf. Tagebuch einer Schwangerschaft*. Und ich kann es euch wärmstens empfehlen, ich habe manchmal Tränen gelacht. Es ist unterhaltsam, an manchen Stellen sehr lustig und gelegentlich sehr ergreifend (wie das halt so mit dem Schwangersein immer so ist). Am besten hat mir dabei gefallen, dass ich mich in ihren Worte und Erzählungen so wieder finden konnte und mich mit jedem Satz an meine eigene Schwangerschaft erinnert habe, die für mich eine prägende und sehr schöne Zeit gewesen ist. Danke dafür, liebe Denise.

Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich Denise um ein Interview gebeten habe und sie hat mir ein paar Fragen zu ihrem Buch, den Hintergründen und der Entstehung gegeben. Absolut lesenswert, so eine tolle Frau mit vielen Ideen, Witz, Charme und einer gehörigen Portion Mut.

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Denise Jacobs
Alter: 33
Kinder: ein Sohn im Alter von drei Jahren
Wohnort: Landkreis Freising
Business: Mama, Autorin und Projektmanagerin

 

Worum geht es in deinem Buch?

Es ist ein Tagebuch über eine spannende Zeit aus meinen Leben. Eine Freundin bat mich, bei der Geburt ihrer Tochter dabei zu sein. Das Baby kam eine Woche später auf die Welt und ich hatte keine Ahnung davon, was auf mich zukommt. Ich hatte mich bis dahin weder mit Schwangerschaft noch mit Geburt auseinandergesetzt und versuchte mich in kürzester Zeit bestmöglich darauf vorzubereiten. Die Geburt verlief gut und war einer der größten Glücksmomente meines Lebens.

Kurz darauf wurde ich selber schwanger und erlebte viel Neues, Ungewohntes und Verwirrendes. Ich fühlte mich wie in einem Dschungel von Hormonen, Möbelhäusern und gegensätzlichen Ratschlägen. Ich hatte viele Fragen und machte mich auf die Suche nach Antworten:

  • Wieso darf ich keine Salami mehr essen? Wer isst bitte rohe Eier?
  • Wird das Baby behindert, wenn ich den Salat nur einmal wasche?
  • Wie viele Kinderwagen brauchen wir?
  • Wie benutzt man das fünf Meter lange Ungetüm von Tragetuch?
  • Wird unser Baby ein Sonnenschein oder ein Schreikind?
  • Warum glaube ich, dass Kinder anstrengend sind?
  • Wie komme ich am Bauch vorbei, um die Beine zu rasieren?
  • Was ist Windelfreiheit? Wie kann das ohne Windeln funktionieren?
  • Wickelkommode? Babybett? Was braucht unser Baby außer uns?
  • Wieso muss das Kind mit einem Jahr aus dem Elternbett ausziehen?
  • Wie wird unser Leben zu dritt werden?
  • Werde ich die Arbeit vermissen?
  • Was tut dem Baby gut?
  • Woher kommt die Angst vor einer Geburt?
  • Wie hat die Menschheit überlebt ohne Kurse und Apparate?

Wann war dir klar, dass du ein Buch über deine Schwangerschaft schreiben möchtest?

Ich wollte schon immer ein Buch schreiben, doch mir fehlte lange ein Thema, das spannend genug war. Mit meiner ersten Schwangerschaft änderte sich das. Ich hatte viele witzige Erlebnisse und bedeutende Erkenntnisse, so dass ich anfing Tagebuch zu schreiben.

Gegen Ende der Schwangerschaft schrieb ich meinen Kollegen eine witzige Abschiedsmail. Daraufhin ermutigten mich einige, ein Buch zu schreiben. Als ich dann in Mutterschutz ging, überlegte ich, wie ich die Elternzeit verbringen wollte – außer mit der Mutterrolle – und ich beschloss, ein Buch aus meinen Tagebucheinträgen zu machen und damit meinen lang ersehnten Traum zu erfüllen.

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Wie sieht dein echtes Tagebuch aus im Vergleich zum Buch?

Mein Tagebuch bildete die Grundlage für das spätere Buch. Ich habe es per Hand geschrieben in meiner Krakelschrift, die keiner außer mir lesen kann. Es ist eher eine stichpunktartige Sammlung von Gedanken und Erlebnissen zu einem Thema. Für das Buch musste ich die Tagebucheinträge ausarbeiten.

Hast du immer gerne geschrieben?

Ja. Beim Scheiben hat man Zeit die Gedanken zu sortieren und Kreativität fließen zu lassen. Das macht mir viel Spaß.

Was hast du vorher gemacht / machst du noch?

Bevor unser Sohn zur Welt kam und ich das Buch geschrieben habe, habe ich im Projektmanagement gearbeitet. Seit der Geburt habe ich das Schreiben für mich entdeckt.

Zudem leite ich derzeit Rockzipfel München, das erste Eltern-Kind-Büro in München, bei dem die Eltern gegenseitig die Kinder betreuen, um Zeit für sich zu gewinnen: zu arbeiten, zu studieren oder einfach im Internet zu surfen. Damit möchten ich dazu beitragen, Arbeit und Familie besser zu vereinen.

schwanger in swWie viele Kinder hast du mittlerweile und wie alt sind sie?

Ich habe einen Sohn, der mittlerweile drei Jahre alt ist. Im Herbst bekommen wir Zwillinge, was sicher wieder Stoff für ein weiteres Buch gibt.

Was hat dir beim Schreiben am meisten Spaß gemacht?

Die Szenen zu schreiben, in denen meine Unwissenheit in der Schwangerschaft andere Leute verwirrte. Ich liebe beispielsweise das Erstgespräch mit der Hebamme, das der werdende Papa und ich zusammen geführt haben. Solche Szenen zu schreiben, immer und immer wieder zu lesen und jedes Mal erneut darüber zu lachen ist einfach herrlich!

>>Die Hebamme fährt fort: „Bei der Ernährung ist darauf zu achten, kein rohes Fleisch, keinen rohen Fisch und keine rohen Eier zu essen.“

Ich muss grinsen. „Rohe Eier! Wer isst denn sowas?“, platzt es aus mir heraus.

Als ihr Mund sich zuspitzt, bekommt ihr Blick etwas Strenges und zugleich Strafendes. Für einen Moment frage ich mich, ob sie vielleicht gelegentlich ein rohes Ei isst.

„Rohe Eier sind zum Beispiel in Tiramisu und Mousse au Chocolat enthalten“, klärt sie mich auf.

Ich fühle mich wegen meiner nicht vorhandenen Kochkünste bloßgestellt.

[…]

„Aber rohes Fleisch? Das esse ich nun wirklich nicht“, lache ich, „wir sind ja nicht mehr in der Steinzeit, wir haben einen Herd!“

Als die Lippen der Hebamme sich verschmälern, weiß ich mit großer Sicherheit, dass ihr das Gespräch mit uns keine Freude bereitet. „Rohes Fleisch ist beispielsweise Carpaccio, roher Schinken und Schinkenspeck, aber auch in Teewurst, eigentlich in Aufschnittware aller Art enthalten. Jede Wurst zählt dazu, die nicht gekocht ist“, erklärt sie genervt.

„Ehrlich?“ Ich staune darüber, was ich plötzlich alles nicht mehr essen darf, wie wenig ich mir bisher über die Herstellung und Zusammensetzung von Lebensmitteln Gedanken gemacht habe und frage mich, was ich denn überhaupt noch essen darf – und warum diese Frau sich solche Erstgespräche mit völlig unbedarften werdenden Eltern überhaupt antut.<<

Wer hat das fertige Buch zuerst lesen dürfen?

Mein Partner. Ich schreibe über einen unserer bedeutendsten Lebensabschnitte, unsere Entwicklungen und intimsten Gedanken. Ich wollte das Buch veröffentlichen. Dazu wollte ich unbedingt sein Einverständnis.

Was hat er gesagt, als er es fertig gelesen hatte?

Er sagte mir, er habe Tränen gelacht. Das war ein großes Kompliment für mich. Ich war sehr erleichtert, dass es ihm gefiel und er mit der Veröffentlichung einverstanden war.

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Wie hast du das zeitlich gemacht? Mit Neugeborenem das Buch fertig geschrieben? Bzw. wie lange hat der gesamte Prozess gedauert?

Die ersten Lebensmonate unseres Sohnes kam ich kaum zu etwas anderem als mich um ihn zu kümmern und nutzte auch jede Minute seines Schlafes, um selber zu schlafen. Etwa nach einem dreiviertel Jahr wollte ich noch etwas anderes tun, außer mich um unseren Sohn zu kümmern. Ich beschloss das Buch schreiben. Unser Sohn machte zu der Zeit täglich einen meist zweistündigen Mittagsschlaf. Diese Zeit nutzte ich zum Schreiben. Etwa zehn Monate saß ich dran, täglich zwei Stunden.

Dann ging ich erst einmal auf Verlagssuche. Ich bekam tatsächlich eine Zusage meines Lieblingsverlages. Ich erhielt den Vertrag erst ein Jahr später. Er beinhaltete derart schlechte Bedingungen, dass ich ihn schweren Herzens ablehnte. Ich beschloss aber das Buch ohne Verlag zu veröffentlichen. Ich organisierte eine Lektorin und eine Grafikerin und arbeitete mich in die Grundlagen von Marketing und Selfpublishing ein. Nach weiteren fünf Monaten konnte ich es veröffentlichen.

Möchtest du noch mehr Bücher schreiben?

Auf jeden Fall! Es ist alles nur eine Frage der Zeit. Nachdem ich das erste Buch veröffentlicht hatte, habe ich wieder angefangen zu arbeiten und bin seitdem kaum zum Schreiben gekommen. Ich versuche aber noch vor Geburt der Zwillinge mein zweites Buch fertig zu schreiben. Die Veröffentlichung wird aber erst später stattfinden, denn Lektorat, Coverdesign und Formatierung brauchen auch noch Zeit und das schaffe ich sicher nicht mehr vorher. Mein Ziel ist es, spätestens im Sommer 2017 das zweite Buch zu veröffentlichen. Darin möchte ich über die erste Zeit mit unserem Sohn berichten.

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Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige