barbaraUnsere heutige Gastautorin, Dr. Barbara Hefele, ist Mama von zwei Jungs (2 und 4 Jahre alt), Kinderärztin und arbeitet mit ärztlicher Hypnose – vor allem mit Müttern. Für weitere Informationen zu Hypnose könnt ihr gerne eine E-Mail schreiben an dr.barbara.hefele@web.de.

Heute könnt ihr hier erst einmal lesen, was es mit Hypnose und speziell mit Selbsthypnose auf sich hat. Sehr spannend!

 

Die Kraft der Gedanken nutzen

„Wenn ich mich jetzt einfach auf eine einsame Insel beamen könnte!“ Das denken wir, glaube ich, als Mama immer wieder einmal. Manchmal ist es nur ein kurzer Moment und nach tiefem Durchatmen geht´s mit voller Energie weiter. Manchmal sitzt die Erschöpfung aber auch tiefer. Ein Gefühl von: Ich kann einfach nicht mehr!

Und ja, manchmal scheint es dann aussichtslos zu sein. Wie soll ich mich nur ausruhen? Die einsame Insel ist einfach zu weit weg!

Nein, ist sie nicht! Und ja, es geht: Du kannst Dich wirklich auf eine einsame Insel beamen und Dich dort ausruhen! Aber, wie?

Mit Hilfe Deiner Gedanken.

Jetzt denkst Du wahrscheinlich: Das ist aber nicht dasselbe! Damit ich mich erholen kann und es mir besser geht, muss ich schon RICHTIG weg!

Das musst Du nicht! (Auch wenn es ab und an gut ist, wirklich weg zu fahren 😉 Es gibt nämlich ein Hilfsmittel, das Dir hilft, so tief in Deine Vorstellungen einzutauchen, dass genau dies selbe Erholung eintritt, die Du erleben würdest, wenn Du wirklich auf der einsamen Insel wärst.

Und wenn Du dann tief in Gedanken in einer Hängematte in der Karibik liegst, das Meer rauschen hörst, das Salz in der Luft schmeckst, den leisen Wind durch Dein Haar tanzen spürst, dann ist das für Dein Gehirn dasselbe als wärst Du wirklich dort. Dein Gehirn erkennt den Unterschied nicht. Und so ziehen sich die Stresshormone zurück und es werden mehr und mehr beruhigende Hormone ausgeschüttet. Dein Körper erlebt also die Entspannung als wäre er wirklich auf einer einsamen Insel. Toll, oder?

Wie kannst Du jetzt so tief in Deine Vorstellungen eintauchen, dass das möglich ist?

Indem Du Selbsthypnose lernst!* (hier kannst Du lesen wie ich selbst zur Hypnose gekommen bin)

Durch Selbsthypnose lernst Du einen sogenannten Trance-Zustand zu erreichen. Trance ist überhaupt nichts übersinnliches, sondern ein ganz natürlicher Zustand, den wir im Alltag ständig erleben. Wenn wir z.B. ganz fokussiert ein Buch lesen und gar nicht hören, wie uns jemand anspricht. Am besten lässt sich dieser Zustand so beschreiben: Wir sind äußerlich ganz ruhig – wie in einer anderen Welt, innerlich sind wird dabei hellwach.
Das Besondere ist, dass wir in diesem innerlich hellwachen Zustand Zugang zu Bildern in uns bekommen, die uns im Alltag sonst verborgen bleiben. Zu Bildern, die uns stärken, Mut machen, Kraft geben können. Wir können uns entspannen und wir können ein Gefühl von innerer Kontrolle erleben, das uns ja im Leben mit Babys und kleinen Kindern immer wieder mal verloren geht.

Auch in der Schwangerschaft und während der Geburt kann man sich die Wirkung von Hypnose zunutze machen. Eine Schwangere z.B. wollte sich vor den angstmachenden Geschichten schützen, die einem ja während der Schwangerschaft immer mal wieder ungefragt erzählt werden. In einer Hypnosesitzung fand sie als Bild für ihr persönliches Schutzschild einen Neoprenanzug. (Sie war begeisterte Hobby-Surferin 😉 Sie übte das Anziehen des Anzugs als Schutz einige Male zu Hause mit Selbsthypnose und konnte sich dann, wenn sie es brauchte, den Anzug in Gedanken blitzschnell anziehen und war dadurch vor negativen Einflüssen geschützt. Einfach genial, oder?
Auf vielen käuflichen Hypnose-CDs wird mit vorgegebenen Bildern gearbeitet, was sicher auch seine Berechtigung und Wirkung hat. Niemals können diese Bilder aber, wie ich finde, so effektiv und wirkungsvoll sein wie ein Bild, das aus uns selbst gekommen ist. Denn, das ist auch eine Überzeugung der Hypnose, alles, was wir brauchen, um ein Problem zu überwinden – oder auch die fordernde erst Zeit der Mutterschaft zu meistern – ist bereits schon in uns vorhanden. Es mag noch verborgen sein, aber es ist da. Mit Hypnose ist es möglich, diese Weisheit in uns ans Licht zu bringen.

 

*Nach der Geburt meines ersten Sohnes habe ich eine Kinderärztin in der Schweiz besucht (ich bin selbst auch Kinderärztin) und habe zugesehen, wie sie arbeitet und dabei habe ich zum ersten Mal etwas kennengelernt, was von da an mein Leben doch ziemlich verändern sollte: Hypnose. Damals hatte ich so wenig Vorstellung von Hypnose wie Du wahrscheinlich jetzt. Erst einmal: Mit der Showhypnose, deren Bilder manchen in den Kopf kommen, hat die medizinische oder therapeutische Hypnose gar nichts zu tun. Sie bringt vielmehr jeden einzelnen auf seine eigene Weise mit dem Wunder in sich in Kontakt. Dabei ist sie eine wissenschaftlich anerkannte Therapieform, die in Psychotherapie und Medizin Anwendung findet. Qualifizierte Therapeuten findest Du auf den Therapeutenlisten der Webseiten der DGH (Deutsche Gesellschaft für Hypnose) und MEG (Milton-Erickson-Gesellschaft).

Gast

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Auf kugeltastisch haben wir immer wieder feine Gastautoren, die uns mit ihrem wertvollen Wissen rund um Schwangerschaft, Geburt und Mutter Sein mit tollen Inputs versorgen.
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