Nur noch 7 Wochen! Wie aufregend ist das eigentlich?! Doch, bin ich auch schon genug vorbereitet? Habe ich alles besorgt? Alles erledigt? Bin ich schon bereit für den neuen, kleinen Menschen? Nein! Aber, es sind ja auch noch 7 Wochen. Was nur noch 7 Wochen? Aaaaaahhhh!!!

Ganz ehrlich, ich bin noch nicht so weit. Ich hoffe, dass das ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass der kleine Mann auch noch nicht so weit ist. Sonst haben wir bald ein organisatorisches Problem. Noch hat er nicht mal einen Vater. Also, offiziell zumindest nicht. Denn wir waren noch nicht beim Jugendamt und haben den Liebsten als Vater mit Sorgerecht deklariert. Einen Namen hat er auch noch nicht, aber das ist wenigstens Absicht. Wir können doch einem neuen Menschen keinen Namen geben, ohne ihn wenigstens einmal kurz gesehen zu haben. Und so ein Ultraschall-Bild verfälscht doch ganz schön. Da sieht einer aus wie Jakob und dann hätte man ihn mal lieber Constantin genannt. Ihr seht, es gibt viel zu beachten. Aber, so schlimm ist es gar nicht: Nächste Woche geht es zum Jugendamt und wir haben eine Auswahl von 3 Namen – einer wird perfekt passen.

Hat der Kleine schon alles, was er so braucht? Schlafplatz, Wickelmöglichkeit, Badewanne…? Äh… Fangen wir doch anders an: Mama und Papa – check! Mehr braucht es erst mal nicht. Habe ich alles für den großen Tag? Kliniktasche gepackt, Gymnastik gemacht, Vorbereitungskurs absolviert, mentale Vorbereitung abgeschlossen? Ach, egal! Das wird schon alles, wie es sein soll.

Allerdings muss ich mir mittlerweile alles aufschreiben, was noch fehlt. Denn ich bin soooo vergesslich geworden. Letzte Woche saß ich in der Arbeit vor meinem Computer und arbeite so vor mich hin, da fällt mir ein: „Das und das musst du gleich unbedingt auch noch machen!“ denke ich und im nächsten Moment – komplette Leere in meinem Kopf und die verzweifelte Frage: Was genau, wollte ich jetzt eigentlich als nächstes machen??? „Zu dem Thema könnte ich auch noch einen Blog Post schreiben…“, denke ich und dann: Thema? Welches Thema? Was ist nur passiert? Wie kommen die Löcher in meinem Kopf. Woher ist das Sieb gekommen, das dort jetzt anstelle meines Kopfes agiert? Und, viel wichtiger: Wann genau geht das wieder weg?

Ich glaube, es muss ein ausgeklügeltes System an Zettelwirtschaft für die letzten Wochen herhalten und ich muss mich davon verabschieden, mich auf meinen eigenen Kopf zu verlassen. Wird ja auch alles wie immer völlig überbewertet. So, was gibt es noch zu tun? Alles wichtige zusammen sammeln, was wir noch brauchen und irgendwie irgendwo auf dem Weg zu uns ist. Alle Unterlagen beisammen haben und ansonsten: Weiterhin relaxen! Wenn das nur noch so einfach wäre, wie die letzten 8 Monate …

Am Anfang dachte ich ja, alle übertreiben, wenn sie sagen, die letzten 2 Monate wird es noch mal so richtig anstrengend. Nicht, dass es nicht vorher auch schon anstrengend gewesen wäre, aber alles erträglich, alles im Rahmen, alles total relaxed. Aber, jetzt, plötzlich mit Ende des 8. Monats stehe ich morgens nicht mehr auf ohne zu denken: Das ist aber anstrengend! Und dieses Gefühl auch lauthals mit unwohlwollenden Lauten kundzutun. Weil aufstehen ist ja auch nicht mehr so einfach: Keine Bauchmuskeln, die dich von der Waagerechten in die Senkrechte befördern, einzig die Armmusklen können unterstützend eingreifen. Das heißt, normalerweise sieht es dann tatsächlich so aus: Mit geballter Armmuskel-Kraft (dank Aquafitness habe ich die überhaupt…) und einem eisernen Willen, der manchmal noch vom starken Arm des Liebsten unterstützt wird, stemme ich mich in eine halb sitzende Position, kugel mich dann zur Seite, um mich von dort dann in die Senkrechte zu begeben. Klingt kompliziert – das ist es auch. Noch schlimmer ist es nur, die liegende Position im Bett zu verändern, denn dazu muss ich mich zuerst aufsetzen, um mich dann wieder in die Kissen sinken zu lassen. Dort bleibe ich dann jedes Mal auch für mindestens 10 Minuten reglos liegen, um mich von den Strapazen zu erholen. Alles natürlich immer untermalt durch andauerndes Seufzen. Bin gespannt, wie das jetzt weitergeht die nächsten 7 Wochen. 7 Wochen? Aaaaahhhh…

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige