„Was? Euer Krankenhaus ist so weit weg?“, hörten wir in Vorbereitung auf die Geburt immer wieder. „Was, wenn ihr das nicht schafft?“ Was tatsächlich nur ein Achselzucken bei uns beiden ausgelöst hat, denn spätestens seit unserem Geburtsvorbereitungskurs sind wir in dieser Sache noch ein bisschen entspannter.

Mythos No 2: Die Wehen setzen ein und es ist zu spät, um noch ins Krankenhaus zu fahren

Diesen Mythos kennen wir vor allem aus deutschen Filmen. Da platzt nicht immer publikumswirksam die Fruchtblase, wie in den amerikanischen Varianten, dafür geht die Geburt meist so rasant schnell, dass keine Zeit mehr ist, um ins Krankenhaus zu kommen. Das Baby wird irgendwo zwischendurch auf der Rückbank oder der Landstraße geboren.

Ja, auch dieses kommt vor. Eine Sturzgeburt geht rasend schnell und eventuell ist kaum mehr Zeit um ins Krankenhaus zu kommen. Geburten, die so schnell gehen, verlaufen meist sehr unkompliziert – das Kind kommt „einfach“ zur Welt.

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Die Phasen der Geburt in Schnelldurchgang

Sehr viel verbreiteter und natürlich nicht ebenso filmreif verläuft allerdings der Großteil der Geburten. Sie besteht aus 3-4 Phasen. Der Eröffnungsphase, die im Durchschnitt 10-14 Stunden gehen kann. Dabei schiebt sich das Baby langsam ins Becken und der Muttermund öffnet sich. Die Wehen kommen zu Anfang in langem Abstand und dann in kürzerem, dazwischen liegen Pausen, in denen sich alle Beteiligten entspannen können. Je entspannter die Gebärende in diesen Pause sein kann, umso schneller geht auch die Geburt voran, weil dann die körpereigenen Hormone am besten reagieren können. Danach kann die Übergangsphase folgen und im Anschluss die Geburtsphase, welche dann nur noch 1-3 Stunden benötigt (Stichwort: Pressen!). Zum Schluss erfolgt die Nachgeburtsphase, aber da ist das Baby auch schon geboren und nur die Plazenta folgt noch.

Die bedeutet, dass eine durchschnittliche Geburt sich eher im Rahmen von 14-20 Stunden abspielt – mehr als genug Zeit, um das gewünschte Krankenhaus zu erreichen, möchte man meinen.

Welche Mythen der Geburt gibt es noch? Lies hier über Mythos No. 3 und Mythos No. 1.

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige