IMG_6968JPG-kleinStefanie Rottmann (35 Jahre) ist Gründerin und Inhaberin von „Rottmann Coaching – einfach glücklich“Als Mutter von zwei Jungs (6 Jahre / 8 Monate), gelernte Erzieherin und „Starke Eltern-starke Kinder“-Kursleiterin kennt sie die Freuden und Nöte junger Familien und besonders die der Mütter und begleite sie mit ihrer Arbeit in ein „einfach glückliches“ Familienleben.

Als ganz besonderes Schmankerl veranstaltet Stefanie für alle Mamas, die sich eine Auszeit wünschen, vom 23.09. – 25.09. die erste „Mom-Time“ in einem tollen Hotel in Mainz-Finthen.

 

Mom Time – Zeit für mich

Sonntag ist Muttertag. Was bedeutet dieser „besondere“ Tag für dich?

Welche Erfahrungen und Erwartungen hast du an diesen Tag?

Ich habe Muttertag als Kind recht traditionell erlebt. Habe am Vortag Blumen gepflückt, meiner Mutter den Frühstückstisch gedeckt und ihr ein paar Gutscheine für Hausarbeit oder andere kleine Erledigungen geschenkt, die sie – zu meiner Freude – so gut wie nie eingelöst hat 🙂

Nun bin ich seit wunderbaren sechs Jahren selbst Mutter und freue ich mich unglaublich über einen traditionell selbstgepflückten Blumenstrauß, ein Mittagessen, das ich nicht selbst zubereitet habe und darauf, ein bisschen verwöhnt zu werden.

Ich kann dir nicht sagen warum, aber dieser Tag hat mich in den vergangenen Jahren immer ein bisschen gepusht. Es war für mich ein besonderer Tag!

Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal Doppel-Mommie. Ich freue mich auch doppelt auf einen Tag mit einem netten Verwöhn-Programm. Ach, wenn ich ehrlich bin, wünsche ich mir momentan mehrere Muttertage 🙂

Mit der Geburt eines Kindes, oder eigentlich schon in der Schwangerschaft, nimmt dieses kleine Wesen eine Frau ganz für sich ein. Körperlich, aber auch emotional gibt sich die Mama ein stückweit auf, um diesem kleinen Wurm Nährboden für eine gute Entwicklung zu sein. Gerade im ersten Jahr scheint es, als ob nur die Bedürfnisse des neuen Erdenbürgers existieren und Mama dazu da ist, diese zu befriedigen.
Das hat die Natur super eingerichtet, um das Überleben des Kindes zu sichern und es ist absolut wichtig, für dieses Kind liebevoll da zu sein!

Doch da gibt es noch eine Seite.

Was ist mit der Mutter, die eben noch Frau war?

Die Mutter, deren Herz nun fast überläuft mit Liebe für dieses zauberhafte kleine Kind und der Frau, die kaum mehr schläft und zeitweise nur noch zu funktionieren scheint?

Diesem Gefühl, die Nase voll zu haben von: Immer guter Laune haben, immer pädagogisch wertvoll handeln, immer gut aussehen, immer fit wirken, immer Bio kochen und ökologisch denken. Eben immer eine Super-Mami, eine Traum-Ehefrau und dazu noch Power-Frau sein.

Das Gefühl, dass es jetzt einfach mal reicht!

Reicht zu füttern, singen, pflegen, lieben und tragen.

Reicht zu kochen, waschen, putzen und umsorgen von allem und jedem.

Das Gefühl, voll zu sein. Voll von Familie und leer von einem selbst?

Kennst du auch das Gefühl, dass du wiedermal einfach nur du sein möchtest?

Den Wunsch einfach mal wieder zu machen, wonach dir gerade ist, OHNE dabei ein schlechtes Gewissen zu haben?

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut und gleichzeitig das damit verbundene schlechte Gewissen, diese Gefühle überhaupt zu haben. Statt randvoll mit Liebe auch einfach mal übervoll zu sein. Einen Familien-Overflow zu haben. Am Rande meiner Kapazität angelangt zu sein. Ja, das kenne ich. Punkt!

Warum kommt es überhaupt so weit?

Dieses Gefühl stellt sich ein, wenn wir durch all den Alltag und das Dasein für andere unsere Bedürfnisse vergessen.

Wenn wir durch immerwährendes „Du“ das „Ich“ übersehen.

Wenn das Frauen-Ich schlichtweg übergangen wird, durch die Wichtigkeit des Mama-Ichs und dem Trubel des Familienlebens.

Was kann uns Mommies im Alltag wirklich helfen?

Es klingt so einfach und ist doch super schwer: Verantwortung abgeben und delegieren lernen!

Wir sind den ganzen Tag über gefordert. Haben sämtliche Termine im Kopf, kümmern uns um den reibungslosen Alltag, um das Wohlergehen unserer Liebsten. Und manchmal, aber auch nur manchmal glauben wir die Einzigen zu sein, die das so gut können wie wir ;-).

Da füttert der Papa nicht richtig, achtet nicht auf die Kleidung der Kleinen oder, oder, oder. Wenn ich und du ganz ehrlich sind, fällt uns sicher etwas ein, oder?

Mein Mann und ich wollten da von Anfang an dagegen steuern. Ihm ist es auch wichtig, Aufgaben zu übernehmen und Verantwortung zu teilen.

Wir haben zum Beispiel gemeinsam beschlossen, dass es feste Rituale gibt, die nur mein Mann erledigt. Zum Beispiel organisiert und wickelt er alles rund um die U-Untersuchungen der Kinder ab. Baden, Abendbrei füttern und Bettfertig machen des Kleinen ist komplette Papa-Sache. Da er weniger Schlaf braucht als ich, wickelt er ihn auch in der Nacht. Damit schenkt er mir wertvollen Zeitraum und sich selbst kostbare Zeit mit den Kids. Er macht es gerne und ich liebe ihn dafür!

Es gibt ganz sicher noch mehr tolle Möglichkeiten, Verantwortung an den Mann zu übertragen, der sich vielleicht sogar darüber freut.

Auch große Geschwister können wunderbar mit in die Hausarbeit eingebunden werden. Besteck aus dem Geschirrspüler räumen, Getränkedienst, Tisch decken und abräumen. Manchmal bedarf es dafür kleinerer Umbauarbeiten (Teller in untere Fächer der Küche räumen) die sich aber durchaus lohnen.

Verwandte und Freunde können auch eine sehr große Bereicherung für dich und dein Kind sein. Ich habe mir z.B. zum Geburtstag von Freunden fertig gekochtes Essen für stressige Tage gewünscht. Eine tolle Sache! An einem festen Tag können Tante, Oma oder Cousin das Baby spazieren fahren oder einen Spielvormittag einlegen. Alles Zeit, die dir geschenkt wird.

Was machst du mit der freien Zeit?

Wäsche waschen, noch schnell etwas einkaufen oder aber das, was dir wirklich guttut: Schenke dir selbst die Zeit!

Nimm ein Bad, mache einen Spaziergang ganz alleine, lies eine Zeitschrift, höre deine Lieblingsmusik und tanze dazu. Mache Yoga, gehe ein Eis essen und beobachte die Passanten, meditiere oder ganz profan: Schlafe 🙂

Tu etwas, was dir wirklich guttut und dich zu dir bringt!

Ich liebe kleine Achtsamkeitsübungen wie diese hier:

  • Schließe kurz deine Augen und atme dreimal ganz tief ein und aus. Ganz tief heißt bis in deinen Bauch oder sogar Becken.
  • Nimm wahr, was sich alleine durch diese drei bewussten Atemzüge verändert.
  • Frag dich, wie es dir gerade geht, wie du dich fühlst und was dieses Gefühl mit dir macht.
  • Nimm wieder drei bewusste und tiefe Atemzüge. Durch die Nase ein und gaaaaanz langsam durch den Mund aus.
  • Öffne deine Augen und betrachte entspannt das, was deinen Blick zuerst auf sich zieht.
  • Das kann alles sein, was sich hier im Raum befindet, von der Kaffeetasse bis hin zur Windel.
  • Was im Raum zieht deine Aufmerksamkeit an sich?
  • Nimm alle deine Gedanken und Gefühle wahr. Wie fühlst du dich dabei, deine Konzentration auf diesen Gegenstand zu richten?
  • Nimm es einfach nur wahr, ohne die Gefühle und Gedanken zu verdrängen oder zu bewerten.
  • Führe nun deine konzentrierte Aufmerksamkeit wieder sanft diesem Gegenstand zurück und fahre fort, dich auf ihn zu konzentrieren.
    • Welche Farben nimmst du wahr?
    • Welche Form?
    • Wie fühlt es sich wohl an?
    • Wie mag es riechen?
    • Was daran spricht dich an?
  • Spüre, wie dein Atem ganz automatisch und ohne dein Zutun immer ruhiger wird und du dich entspannst.
  • Zum Abschluss, atme noch einmal tief ein und weit aus und schenke dir selbst ein breites Lächeln!

Gerade im Trubel des Alltags, wenn du spürst, dass deine Kräfte schwinden, frage dich immer wieder: was würde mir gerade jetzt guttun? Frag es dich besonders dann, wenn es eigentlich nicht passt!

Vielleicht gibt es eine winzige Kleinigkeit, die dir den Tag etwas versüßen kann. Gönne dir hin und wieder etwas „Mom-Time“! So wird jeder Tag ein bisschen zum Muttertag … und, wenn es nur ein paar Minuten sind.

So…und ich leg mich jetzt kurz in die Sonne 🙂

Gast

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Auf kugeltastisch haben wir immer wieder feine Gastautoren, die uns mit ihrem wertvollen Wissen rund um Schwangerschaft, Geburt und Mutter Sein mit tollen Inputs versorgen.
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