Gestern habe ich eine Freundin getroffen. Sie sah fertig aus. Ihr Baby schläft momentan nicht. Jeden Morgen um 5 Uhr ist die Nacht zu Ende. Und abends ist es eine echte Qual mit dem Einschlafen. Tagsüber geht es dann zum Glück. Da schläft es. Manchmal länger, manchmal kürzer. Aber, da gibt es ja dann doch auch noch so viel zu erledigen. Wäsche, Kochen, Bad sauber machen, Duschen. Und so. Jeder kennt das.

Wie du es dir als Mama ein bisschen leichter machen kannst.

„Und dein Mann?“, frage ich etwas forscher als beabsichtigt. „Ja, der geht doch arbeiten. Ich will ihn damit nicht belasten.“ Natürlich gehen die meisten Väter arbeiten, sie verdienen das Geld, damit wir als Mütter (erst mal) bei unseren Babys zu Hause bleiben können. Und dieses Jahr war eines der schönsten meines Lebens. Was aber auch damit zu tun hatte, dass der Mann und ich uns ein paar „Regeln für Mama“ ausgedacht haben. Nachdem ich in den ersten Wochen öfter die Woche völlig aufgelöst zu Hause gesessen bin (wahlweise auch nachts) und ziemlich wütend auf den Mann gewesen bin (gut in Worte gefasst von der Rubbelmama – und hat mir gezeigt, wie unglaublich gut es gewesen ist, dass der Mann und ich diese 3 Dinge in unserem gemeinsamen Leben zu Dritt geändert haben), der jeden Tag fröhlich das Haus verlassen hat und dann meistens eher spät nach Hause gekommen ist oder sogar bis spät in die Nacht auf Partys verschwunden war (natürlich abgesprochen, aber trotzdem)- haben wir Einiges geändert. Und zwar nicht erst nach 3 Jahren, sondern nach 3 Monaten!

Hier meine Top 3 für ein entspanntes Mutter Sein in den ersten Monaten mit Baby.

Top 1: Abends ist Paar-Zeit!

Sorge möglichst bald (wir haben es nach 10 Wochen gewagt), dafür, dass dein Baby abends ohne dich in seinem Bettchen (Beistellbettchen oder Wiege oder ähnliches) schläft. Wir haben das beschlossen, Bücher gewälzt – absolut empfehlen kann ich Das glücklichste Baby der Welt (bis ca. Monat 6 absolut ausreichend) – und geübt, geübt, geübt. Und plötzlich war es geschafft. Ein Abend im Januar, es war 20 Uhr und bereits seit einigen Stunden dunkel draußen. Und wir saßen erschöpft auf dem Sofa und haben uns angesehen: „Was machen wir jetzt? Wir haben Freizeit!“ Was für ein großes Glück! Diese Abende wieder zu haben. Auch für mich. Das Baby liegt im Bett und schläft friedlich und ich kann das Abendessen zubereiten. Ein bisschen aufräumen und vielleicht noch mal schnell unter die Dusche springen. Der Trick liegt übrigens hauptsächlich daran, die richtige Einschlafzeit zu finden. Die ist nämlich früher als man vielleicht denkt, im Winter zwischen 18 und 19 Uhr und im Sommer zwischen 19 und 20 Uhr. Ich glaube, dass viele Babys, die abends ihre Schreiphasen haben eventuell einfach schon über ihre Einschlafzeit sind und dann große Schwierigkeiten damit haben, wieder zur Ruhe zu kommen.

Top 2: Mama braucht Freizeit!

Bereits nach 2 Wochen bin ich geflüchtet. Ich musste einfach raus. Die Wohnung, die Luft, das Baby – ich brauchte einen Tapetenwechsel. Lange habe ich es nicht geschafft. Ich war etwas geschwächt und außerdem nach 30 Minuten mit großer Sehnsucht erfüllt. Also, bin ich umgekehrt und habe mein Baby, die Wohnung, den Mann glücklich wieder in meine Arme geschlossen. Ich kann das nicht oft genug wiederholen: Mama, gönn dir eine Auszeit! Geh zum Frisör, buche dir einen Kosmetik Termin, geh zum Sport und triff dich mit Freundinnen, abends, am Wochenende, alleine. Als mein Baby 3 Monate alt geworden ist, habe ich eine Coaching Ausbildung begonnen, die das ganze Wochenende gegangen ist und ich erst abends wieder nach Hause gekommen bin. Es hatte nicht nur den Effekt, dass ich etwas für mich machen konnte, sondern zusätzlich hat es Papa und Baby sehr viel näher gebracht. Denn immer, wenn wir als Mamas nicht daneben stehen und alles kommentieren, was unsere Männer mit den Kindern so anstellen, dann erst haben diese die Chance zu ihrem Nachwuchs auf ihre ganz eigene Weise eine Bindung aufzubauen.

Top 3: Morgens ist Papa-Zeit.

Nachts stehe ich auf. Das ist klar, vor allem in der Zeit, wo der Kleine noch gestillt wird. Ich habe diese ruhigen Momente nachts auch von Zeit zu Zeit sehr genossen. Das Baby in meinem Arm, ganz nah und ganz bei mir, diese tiefe Ruhe, die nachts herrscht genießend und einfach nur Sein in der Dunkelheit der Nacht. Das war schön. Und oftmals einfach nur anstrengend. Wie das halt immer so ist. Manchmal sind die Nächte unglaublich lang. Manchmal ist alles gut. Man kann das leider nicht immer vorher wissen. Nachts ist Mama-Time, auch, weil Papa morgens einigermaßen ausgeschlafen zur Arbeit gehen sollte.

Ab dem 4. Monat haben wir unseren kleinen Mann dann also spätestens um 19:30 Uhr im Bett gehabt bzw wir bringen ihn immer noch zu eben dieser Zeit ins Bett – meistens war und ist Papa dann noch nicht zu Hause. Das heißt, die beiden sehen sich den ganzen Tag und im Zweifel auch nachts nicht. Daher haben der Liebste und ich uns darauf geeinigt, dass morgens Papa-Zeit ist. Das heißt, wann immer der Kleine aufwacht, dann ist Papa zur Stelle. Es wird gewickelt, für den Tag angezogen, gefrühstückt und dann gespielt. Meistens schläft der kleine Mann dann nach 1-2 Stunden noch mal eine ganz gemütliche Runde und Papa geht dann arbeiten.

Das praktische daran: Mama kann sich einfach mal morgens noch mindestens 1 Stunde im Bett von der Nacht und dem gestrigen Tag erholen, damit sie ausgeruht (einigermaßen) und voller Elan in den neuen Tag starten kann. Ich genieße diese Morgende unglaublich und bin dem Liebsten unendlich dankbar, dass wir diese Vereinbarung miteinander treffen konnte.

Entspannung ist Einstellungssache und Planung.

Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht und mir haben diese 3 Ratschläge ungemein geholfen, mich selbst als Mutter wieder entspannter zu sehen und mich auch viel entspannter zu fühlen. Entspannte Mutter, entspanntes Kind! Und alle sind glücklich. Und ich finde: Mein Mann ist der beste Papa und gleichzeitig Partner der Welt 🙂

Was sind deine ultimativen Tipps für ein entspanntes Mutter Sein? 

 

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige