Langsam fühle ich mich richtig schwanger. Es hat tatsächlich bis in den 7. Monat gedauert. Vorher ging alles irgendwie noch reibungslos, ich konnte mich umdrehen, wie und wann ich wollte, aufstehen, hinsetzen, herumlaufen… Jetzt geht das alles immer noch, aber es wird doch beschwerlicher. Und aus dem kleinen süßen Bäuchlein, ist doch noch ein Bauch geworden.

Damit einher gehen aber auch die netten und lustigen Seiten des Lebens. Neulich zum Beispiel bin ich zur Post gestapft. Die Schlange war riesig und ich ehrlich nicht gewillt mich dort anzustelle. Bevor ich allerdings auf dem Absatz kehrt machen konnte, rief ein älterer Herr (so Mitte 50) sehr laut und deutlich: „Hey, junge Frau! Kommen Sie doch mal her mit Ihrem dicken Bauch. Sie müssen sich doch nicht hinten anstellen!“ Nach dem ersten Mini-Schock und der gleichzeitig einsetzenden großen Freude über so einen netten Menschen, stand ich also ganz vorne in der Schlange und konnte innerhalb von 10 Minuten die Post mit meinen neu erworbenen Briefmarken wieder verlassen.

Tatsächlich ist es dieses Erlebnis gewesen, welches den Trend eingeleitet hat, dass ich nun immer und überall als Schwangere erkannt werde. In der Straßen-Bahn stehen Menschen (meist jüngere Frauen – zwischen Jugendlich und Ende 20 – oder Männer jeden Alters) für mich auf, in der Warteschlange lässt man mich vor und beim Zug fahren trägt man mir das Gepäck. Ich finde das eine sehr schöne Sache und freue mich immer riesig über so viel Mitgefühl, Verständnis und Weitsicht.

Selfie, 23. Woche

Selfie, 23. Woche

Mein kleiner Untermieter hingegen ist weniger rücksichtsvoll. Voller Hingabe tobt er sich in meinem Bauch aus und erkundet seine Umgebung und deren Begrenzung, was meist zu spontanen Strampelattacken führt. Nach wie vor freue ich mich über so viel innerliche Begeisterung und Anteilnahme – denn, weiß ich doch dadurch, dass es ihm gut geht – aber zuweilen muss ich doch auch mal kurz schlucken. Wenn man nicht damit rechnet, dann kann einen das ganze innere Gestrampel auch mal kurz aus dem Gleichgewicht bringen. Der kleine Paddler ist zum kleinen Strampler geworden, hat entdeckt, dass er mittlerweile seine Beinchen so weit ausstrecken kann, dass er Platz dafür in der Gegend meiner Rippen finden kann. Wenn er sie dann dort so ausgestreckt liegen lässt, kann ich mich kaum noch nach vorne beugen, weil es doch recht unangenehm ist, wenn sich seine kleinen Knochen in meinen Bauch bohren.

Manchmal da spielen wir aber auch das Klopf-Spiel. Wenn ich ruhig im Bett liege, dann kann ich ganz leicht mit meinen Fingern gegen den Bauch tupfen und er reagiert dann mit mehr oder minder wohl dosierten Tritten. Dann aber wirklich: Ich glaub, mich tritt ein Kind!

„Ich glaub, mich tritt ein Kind“ ist übrigens der wunderbare Titel eines grandiosen Buches über Schwangerschaft und Schwangere. Geschrieben von zwei (werdenden) Müttern, die in einem regen Briefwechsel die Macken, Kanten und Irrwitze der Schwangerschaft beleuchten. Caro, schwanger, fragt Lisa, 3 fache Mutter, Löcher in den Bauch – beide geben dabei schonungslos Einblick in ihre Gedankenwelt. Schräg, komisch und für jede werdende Mutter eine kleine Offenbarung. Absolut empfehlenswert! Zum Buch geht es hier:Ich glaub, mich tritt ein Kind: Bekenntnisse einer Schwangeren … Und schonungslose Wahrheiten einer dreifachen Mutter*

 

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Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige