Nein, das Baby ist noch nicht da. Der Kleine schlummert immer noch ganz friedlich in seiner Badewanne und wächst vor sich hin. Da ich in der letzten Woche hier nicht sonderlich aktiv gewesen bin, wollte ich das gerne kurz klar stellen. Dass ich hier nicht aktiv gewesen bin, heißt übrigens nicht, dass ich sonst nicht aktiv gewesen wäre. Denn diese letzten 6 Wochen Mutterschutz bedeuten vor allem eines: Vorbereitung! Sowohl auf die Geburt, als auch auf das, was danach kommt …

Ich bin immer wieder ein bisschen überrascht davon, dass in der Schwangerschaft und Geburtsheilkunde soviel Wert auf naturheilkundliche Ansätze gelegt wird – und das auch von den Ärzten. Ich meine, ganz ehrlich, ich finde das super – aber, es ist ja nicht so, dass man das im „normalen“ Leben nicht auch sinnvollerweise mehr machen könnte. Sei es wie es ist, die Zeit der Schwangerschaft und die Geburt gehört den Hebammen und diese setzen schon seit Jahrzehnten auf ein eigenes Wissen voller Traditionen, Kräutern und ganzheitlichen Ansätzen.

Wann kommt das Baby zur Welt?

Ein „gutgehütetes“ Geheimnis scheint der Beginn einer Geburt zu sein. Warum kommt das Baby an dem einen und nicht dem anderen Tag? Der Grund warum nur 4% der Babys am berechneten Geburtstermin zur Welt kommen, ist relativ einleuchtend: Weil es schier unmöglich ist den Zeitpunkt der Befruchtung genau zu bestimmen, es kann lediglich ein Richtwert sein. Der menschliche Nachwuchs kommt, im Gegensatz zu dem der meisten Tierarten, ungeschützt und in einem Zustand völliger Abhängigkeit auf die Welt: Jedes Neugeborene ist unfähig ohne Unterstützung zu überleben.

Menschlicher Nachwuchs kommt sozusagen unfertig auf die Welt – im ersten Lebensjahr entwickelt sich der kleine Mensch fertig; eine Entwicklung, welche die meisten Tierbabys bereits im Mutterleib vollziehen. Der Grund ist ein ganz einfacher: Die Anatomie der Mütter (auf Grund des aufrechten Ganges) erlaubt keine spätere Entbindung als jene nach 38-40 Wochen Entwicklungszeit – das Neugeborene ist zu diesem Zeitpunkt gerade groß genug, um noch durch den Geburtskanals sowie das Becken zu passen.

Viele Hebammen sind der Meinung, dass dieses auch der Grund dafür ist, warum das eine Kind zu dieser und das andere zu jener Zeit geboren wird: Das Baby hat eine innere Karte, sowohl, um den richtigen Weg nach draußen zu finden, als auch um den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Denn der Fötus im Mutterbauch scheint genau zu wissen, wann es Zeit ist, sich auf den Weg zu machen – auch in Hinblick darauf, dass es noch genug Platz hat. Dass das nicht immer klappt und manchmal dennoch Komplikationen auftreten, ist wieder einmal eine der großen Paradoxien des Lebens und zeigt, dass doch nichts gewiss sein kann.

Naturheilkundliche Geburtsvorbereitung

Zur Geburtsvorbereitung – also, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten – bieten die meisten Hebammen, mehrere Möglichkeiten an. Diese Maßnahmen sollten selbstverständlich niemals ohne Rücksprache mit der Hebamme bzw. einem behandelten Arzt/ Ärztin von der Schwangeren alleine angewandt werden.

1) Geburtsvorbereitende Akupunktur

Bei der Geburtsvorbereitenden Akupunktur werden der Schwangeren 1-2 mal in der Woche ab der 34. Woche Akupunktur-Nadeln gesetzt. Die Punkte können dabei von Woche zu Woche leicht variieren. Diese Akupunktur macht den Muttermund (Gebärmutterhals) elastisch und weich, so dass er sich später bei der Geburt besser öffnen kann. In der Eröffnungsphase der Geburt, welche zwischen 10-16 Stunden andauern kann, öffnen sich durch die Wehentätigkeit der Muttermund, welcher den Ausgang der Gebärmutter bezeichnet, Zentimeter um Zentimeter. Erst, wenn dieser 10cm aufgegangen ist, hat der Kopf des Babys Platz sich hindurch zu schieben.

Studien haben gezeigt, dass Frauen, bei denen in den letzten 4-6 Wochen regelmäßig Geburtsvorbereitende Akupunktur vorgenommen wurde, sich die Eröffnungsphase um bis zu 4 Stunden verkürzen kann.

2) Himbeer-Blätter-Tee

Es scheint wohl keine offiziellen Studien dazu zu geben, dennoch empfehlen sehr viele Hebammen aus eigener Erfahrung heraus das Trinken von Himbeer-Blätter-Tee ab der 36. Schwangerschaftswoche. Auch dieser Tee soll den Muttermund vorbereiten und weich machen. Zusätzlich macht er den Beckenboden elastischer und erleichtert somit den gesamten Geburtsvorgang. Die Durchblutung des Unterleibes wird angeregt und die Wehentätigkeit kann unterstützt bzw. vorbereitend angeregt werden. Bis zur 37. Woche sollte davon nur eine Tasse am Tag getrunken werden und nicht ohne Absprache mit der Hebamme, denn bei übermäßigem Genuss können die Himbeerblätter auch Wehen auslösen. Somit ist es auch eine gute Unterstützung bei der Geburt in der Eröffnungsphase und kann das Ertragen der Wehen leichter machen.

3) Dampfbad mit Heublumen

Das Sitz-Dampfbad mit Heublumen macht das Gewebe weich und elastisch und bietet eine Möglichkeit, Dammverletztungen bei der Geburt vorzubeugen. Regelmäßig angewandt, kann das Dampfbad die Geburtsphase und das Dehnen des Gewebes erträglicher und leichter machen.

4) Damm-Massage

Die Damm-Massage mit einem speziellen Damm-Öl kann ab der 34. Woche vorgenommen werden. Das Gewebe des Dammes wird dabei massiert und geweitet, der gesamte Bereich kann dabei auf die Geburt und die enorme Dehnung des Gewebes vorbereitet werden. In den meisten Fällen kommt es dabei zu weniger Dammverletzungen beim Geburtsvorgang. Es gibt spezielle, etwas teurere Öle, die bei der Damm-Massage mit ätherischen Ölen helfen sollen, allerdings eignet sich dafür auch jedes andere hochwertige Körperöl (nur reine Öle, am besten in Bio-Qualität) verwenden. Eine gute Anleitung für die Damm-Massage findet sich hier.

5) Homöopathie

Auch die Homöopathie kennt vorbereitende Mittel für die Geburt. Wichtig dabei ist jedoch, immer die Konsultation eines Arztes / Ärztin oder einer in Homöopathie bewanderten Hebamme.

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige