Wenn meine relativ unentspannte Kollegin einmal wieder kommt mit verzweifelten Fragen in Richtung „Hast du eigentlich auch so einen PH Handschuh?“ oder „Habt ihr schon einen KITA Platz?“, dann sind meine Antworten sehr ähnlich: „Nein, habe ich (noch) nicht. Kümmere ich mich darum, wenn mir danach ist.“ Und die Sache perlt (scheinbar) an mir ab. Eine Freundin stellte sogar die These auf, ob ich eventuell die Geburt verpasse, weil ich in dem Moment sicher so entspannt der Meinung bin, dass es noch nicht gar nicht so weit sein kann. Bin ich komisch, dass ich mich nicht stressen lasse von der Schwangerschaft und diesen ganzen Sorgen?

Ganz ehrlich: So, entspannt, wie ich immer tue, bin ich eigentlich gar nicht – zumindest ab und zu nicht. Auch ich schaue im Supermarkt auf meinem Handy im Internet nach, ob Buttermilch schädlich fürs Kind sein könnte. …ist es übrigens nicht – und nebenbei auch noch total gesund für die  Mutter und ganz ohne Fett (eine Information, die ich nicht gesucht, aber dafür umso häufiger gefunden habe). Ich halte mich an alle Essens-Regeln, bestelle mein Rührei gut durch, nehme tausend Pillchen und Nahrungsergänzungsmittel und verzichte seit ein paar Tagen auf Süßes, weil es meinem Magen nicht gut tut (nicht, dass jemand denkt, ich täte das wegen der Kalorien…denen scheint es nämlich ziemlich egal zu sein, was ich esse…). Essen und sein „schädigender“ Einfluss entweder für mich (jahrelange Histamin Konditionierung) oder mein Kind, sind mir heilig – da halte ich mich an alle Regeln. Ansonsten versuche ich mein Leben nicht durch die ständige Angst dominieren zu lassen, dass ich (jetzt schon) irgendetwas falsch mache oder meinem Kind schaden könnte. Das klappt meistens.

entspannt sein ist wichtig

Aber manchmal da überfällt auch mich die unbändige Angst, die wohl jede werdende Mutter kennen gelernt hat: Was, wenn dieses kleine Würmchen in meinem Bauch nicht bei mir bleiben will? Was, wenn er, aus unerklärlichen Gründen aufhört zu strampeln, zu blinzeln oder sein Herz aufhört zu schlagen? Wenn ich solche Gedanken habe (häufig natürlich nachts im Bett kurz vor dem Einschlafen), dann bleibt mir die Luft weg. Dann muss ich mir ganz viel selbst zureden und versuchen ruhig zu atmen, bis die Angst verflogen ist.

Wie kann es sein, dass ich dieses kleine Lebewesen bereits so liebe, dass die schiere Vorstellung, es zu verlieren, mich fast verrückt werden lässt? Meistens beruhigt mich dann der kleine Paddler selbst, indem er ein paar Mal gegen die Bauchdecke klopft und mir damit deutlich zeigt, dass es ihm gut geht. Das klappt nicht immer so auf Zuruf und manchmal da muss es einfach damit gut sein, dass ich mir bewusst mache, dass das Leben unberechenbar ist und es dem kleinen Paddler in meinem Bauch trotzdem sehr gut geht.

chillen

Meine tatsächlich angeborene Gelassenheit (sicherlich etwas, das ich von meiner Mutter geerbt bzw. gelernt habe) hilft mir auch in solchen Momenten ungemein. Und, wenn sie es nicht tut, dann hilft mir mein fest verwurzelter Glaube daran, dass ich mich auf mich und mein Gefühl verlassen kann. So lange mir nicht nach Kinderzimmer einrichten ist, so lange wird es nicht gemacht und bis mir nicht nach Baby Kleidung einkaufen ist, gibt es keine Strampler zu Hause. Mein Baby und ich, wir sind tief verbunden und, wenn es mir Sicherheit und Vertrauen gibt, die Dinge auf mich zukommen zu lassen – dann ist das wohl auch die momentan richtige Marschroute. Manchmal ist es schwierig, da denke auch ich: „Oh je, ich müsste mich mal um einen KITA Platz kümmern…und eigentlich haben wir noch nicht mal ein Baby Bett…ob der Kleine sich überhaupt willkommen fühlen wird…“ Aber, dann denke ich wieder: Unsere Liebe zu dem Kleinen ist schon jetzt so stark, wir werden ihm schon ein gemütliches Nest herrichten, sobald uns danach ist – und bis dahin, hat er es doch mehr als gemütlich in meinem Bauch… mit Buttermilch anstatt Rohmilch und Rinderkochschinken statt Roastbeef. So viel Kontrolle zu all‘ der Entspannung muss da schon sein.

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige