Oh man, wir werden Eltern. Einfach so und plötzlich. Also, das ist natürlich nicht korrekt. Es war nicht einfach so und mittlerweile ist es schon gar nicht mehr plötzlich. 8 schöne Monate sind vergangen und mittlerweile sind wir schon ganz fleißig in unsere neue Rolle hinein gewachsen. Eltern werden und Eltern sein, sind aber sicherlich zwei Paar Schuhe. Ach, wir werden das schon meistern. Wenn da nur nicht diese leidliche Sache mit dem Geld wäre…

Elternzeit. Elterngeld. Ich finde, es klingt erst mal alles super gut. Du hast einen Job, du bist versorgt, habe ich mir ein paar Stunden nach dem positiven Test gedacht. Damals, nach dem ersten Schrecken und der zweiten Glückswelle. Da war ich froh.

Jetzt sind wir seit ein paar Wochen am Rumrechnen und auch, wenn es wenig romantisch ist, es ist doch sehr wichtig. Wichtig, dass wir in unserer kleinen Familie gut versorgt sind. Natürlich haben wir unsere große Familie und wissen, dass wir dort jederzeit Hilfe und Unterstützung und Rat bekommen – aber, man will ja auch irgendwie auf eigenen Beinen stehen. So mit Ende 20. Da kommt einem das Elterngeld gerade recht. Denkt man. Aber die Realität sieht irgendwie doch anders aus.

Elterngeld ist eine tolle Erfindung vom Staat (ich will das hier gar nicht schlecht reden), es ist schön, dass es so etwas gibt und ich freue mich, dass wir in Deutschland eine soziale Versorgung haben. Aber, je nach dem ist es doch auch irgendwie ein ziemlicher Reinfall – das mit dem Elterngeld. Der Liebste und ich haben uns das naiv am grünen Tisch so gedacht: Am Besten nehmen wir beide Elternzeit und kümmern uns (zumindest ab dem 4 Monat) beide je halbtags um das Baby. Diese Idee fiel uns nach nur wenig Beschäftigung mit der Regelung des Elterngeldes auf die Füße, denn, wenn wir beide gleichzeitig Elternzeit nehmen bzw. Elterngeld beziehen wollen, verringert sich der Zeitraum des Anspruchsrahmens von 12 auf 6 Monate (weil gleichzeitig eben auch mal 2 bedeutet). Dann haben wir gedacht, gut, machen wir es eben klassisch: 6 Monate ich, 6 Monate er. Ein bisschen Homeoffice geht da vielleicht auch noch zwischendurch. Idee gut, Umsetzung so la la. Denn, wenn ich arbeite und er Elterngeld bezieht, dann verdienen wir nicht einmal so viel, wie wenn er sein volles Gehalt ausschöpfen kann.

Und, was nun? Den Gürtel enger schnaller und hoffe, dass es schon irgendwie gehen wird? Doch auf das klassische „der besser Verdiener ernährt die Familie“-Rollen-Modell zurück greifen? Kann ich das mit meiner emanzipatorischen Seite wirklich vereinbaren, dass ich mich voll und ganz vom Geld eines anderen (auch, wenn ich ihn liebe) abhängig machen will? Ist es gut, wenn unser Sohn, seinen Vater nur abends und am Wochenende sehen kann? Sollten die beiden nicht auch so früh wie möglich Zeit alleine miteinander verbringen können?

Sollte Geld wirklich alles und das Entscheidende sein? Nein! Aber, kein Geld ist halt auch keine Lösung… Unsere Strategie sieht nun wie folgt aus: Die Fragen behalten wir im Hinterkopf und noch sind nicht alle Beratungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Vielleicht entdecken wir noch eine Möglichkeit, auf die wir selbst noch nicht gekommen sind. Und ansonsten: Hoffen, dass uns das Leben ein bisschen unter die Arme greift und vielleicht die ein oder andere Überraschung bereit hält. Aber, jetzt werden wir doch einfach erst mal Eltern! Und dann sehen wir weiter.

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige