„Sie werden so schnell groß“, haben sie gesagt. Und ich hab milde gelächelt. Mit einem Neugeborenen klingt das doch sehr pathetisch. Aber, was soll ich sagen? Sie werden so schnell groß. Jetzt ist der kleine Prinz schon 1 Jahr alt. Wie die Zeit vergeht, sieht man vor allem daran, wie schnell die Kinder älter werden. Vor 2 Jahren habe ich noch nicht einmal an ihn zu denken gewagt und jetzt ist er schon so groß, sitzt, steht und läuft. Und ich bin schon 1 Jahr Mama. Das letzte Jahr war aufregend, spannend, anstrengend und vor allem überhaupt keine Sekunde mehr langweilig. Was mich so beschäftigt (hat), was für Fragen auftauchen, was für Gefühle und Gedanken, hab ich hier versucht „zusammenzufassen“.

Du bist so schnell groß geworden. Kannst sitzen, stehen, laufen. Auf etwas zeigen und alleine essen. Mit herrlicher Krümelei. Küssen, winken und beim Anziehen helfen. Oder beim Ausziehen. Das am Liebsten. Und lachen. Immer wieder lachen! Wie oft habe ich mich gefragt: Wie wenig kann man eigentlich schlafen? Die bisher unbekannte Angst, dich kleines Wesen wieder zu verlieren. Oder, dass du entführt wirst…dir etwas brichst…zu Schaden kommst oder auch nur, dass du dich erkältest. Beim ersten Mal ist alles neu, dann gewöhnt man sich langsam daran. Wie kann man nur so fröhlich sein? Dein Lachen, bei dem immer die Sonne aufgeht. Dein Lächeln, das mich umarmt. Rollen, robben, sitzen, krabbeln, stehen. Laufen? Geduldig sein. Flexibel sein. Feuchte Küsse auf die Wange, enge Umarmungen, ganz eins sein wollen. Immer wieder anschauen, herzen, küssen und fotografieren müssen. Langsam wird alles „normal“ und ist doch jeden Tag so schrecklich neu. Wie groß kann Liebe sein? Die Erinnerung an die ersten Minuten mit dir. Dieses unbeschreibliche Glücksgefühl. Und dann das (ebenso unbeschreibliche) Gefühl der Gewissheit, dass nun nichts mehr so sein wird wie zuvor. Und die langsam einsinkende Erkenntnis, dass du, dieses kleine Wesen, von nun an 24 Stunden Betreuung brauchst. Wie wundervoll es sein kann, gebraucht zu werden. Und wie nervenaufreibend. Wie es ist, als du das erste Mal länger als 2 Stunden schläfst. Und, alleine einschlafen lernst. Und sechs Stunden am Stück schläfst. Und, dann, tatsächlich durchschläfst – ganze12 (!) Stunden. Jeder Meilenstein, ein Fest. Was ich mir nicht vorstellen konnte: Wie wenig Zeit ich wirklich haben werde – in den ersten Monaten. Zum Duschen. Zum Essen. Zum Ausruhen. Zum Innehalten. Die Hoffnung, dass auch diese Zeit vorbei gehen wird. Der große Wunsch, diese Zeit für immer fest halten zu wollen. Sehen, wie schnell die Zeit vergeht. Jede Sekunde genießen. Schlafen so richtig wertschätzen lernen. Alle Tricks ausprobieren und manchmal verzweifeln. Auch mal ohne Kind sein wollen. Und ihn dabei schrecklich vermissen. So dankbar sein, dass es Papa gibt. Und die Oma. Und die Babysitterin. Abende voller Zweisamkeit genießen. Das Babyphone wird unser bester Freund. Zwischen Lachen und Sauer sein: Wenn du absichtlich etwas nicht tust (oder tust, obwohl es „verboten“ ist) und lautstark protestierst, wenn es nicht nach deiner Nase läuft. Manchmal innehalten und das Wunder betrachten und dann denken: Ist das wirklich real? Manchmal kann ich es gar nicht so ganz glauben. Die Zeit zu Dritt genießen, als Familie. Manchmal aus der Zeit fallen und einfach nur staunen. Staunen, immer wieder staunen. Papa bewundern für seine Ruhe und Geduld. Manchmal selbst so unglaublich geduldig sein. Jede Sekunde genießen wollen. Gemeinsam Lachen. Gemeinsam Spaß haben. Gemeinsam weinen. Glücklich sein. Dankbar sein. Genervt sein. Alles zu seiner Zeit. Wie schön kann das Leben sein!

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige