Jeden Morgen betrachte ich meinen Bauch, spreche mit ihm und stelle mir vor, wie gut es dem Baby darin geht. Die Wochen vergehen und langsam aber sicher glaube ich auch, dass ich wirklich schwanger bin. Es lässt sich ja auch kaum noch verstecken. Menschen beginnen mir in der Straßenbahn unkontrolliert auf den Bauch zu starren. Wenn ich sie „erwische“ schauen sie entweder ganz schnell weg oder lächeln wissend. Ich freu mich über beide Reaktionen.

Ende der 20. Woche war es plötzlich so weit, ein kleines, leichtes Flattern im Bauch, das ich nicht mehr als Darmtätigkeit abstempeln konnte. Dazu war es zu zaghaft, zu vorsichtig, zu vergänglich. Ich horchte weiter in mich hinein. Würde es wieder kommen? Und es kam. Leise und wie ein Lufthauch war es plötzlich da, ein inneres Streifen oder auch die Bewegung von Luftblasen, die innerlich aufsteigen. Fast kitzelte es ein bisschen. „Baby, bist du das?“, flüsterte ich leise. Die Antwort ließ auf sich warten. Stundenlang geschah gar nichts mehr. Ich zweifelte und haderte. Ob es ihm wohl nicht gut ging? Tagelang seit der ersten Begegnung musste ich mich gedulden. Es bewegte sich einfach nicht mehr. Was natürlich nicht stimmt, denn es bewegt sich sehr viel. Ich habe es gesehen im Ultraschall. Bei unserer letzten Untersuchung habe ich (traurigerweise) kein Bild mit nach Hause nehmen können, weil das kleine Würmchen so sehr gezappelt hat, dass es einfach nicht zu „fotografieren“ war. Ihm beim Zappeln in Schwarz-Weiß zuzusehen, war natürlich trotzdem eine große Freude für den Papa und mich.

Plötzlich war es wieder da. Diesmal stärker. Einer Paddelbewegung im Wasser gleich. Ich weiß zwar nicht, wie sich Paddeln im Bauch anfühlen könnte, aber genau so fühlte es sich für mich an. Deswegen nennen wir das Baby auch „den kleinen Paddler“.

Mittlerweile sind aus den zarten Paddelbewegungen des Babys fleißige Klopfzeichen geworden. Damit Papa auch was davon mitbekommt. Dann liegen wir alle drei auf dem Bett und kommunizieren durch den Bauch, draußen wird gestreichelt und drinnen wird geklopft. Auch das (noch) sehr zaghaft und zur großen Freude aller Beteiligten – zumindest wir zwei von Außen sind jedes Mal total aus dem Häuschen. Der kleine Paddler paddelt fleißig weiter und wundert sich vielleicht über die Jauchzer von Außen – was die Erwachsenen nur wieder haben?!

Nora Hodeige

Nora Hodeige

Gesundheitscoach bei Leben mit ohne
Nora ist entspannt, liebt ihren kleinen Paddler und das Leben, genießt die Sonnenseiten und versucht die Schattenseiten unbeschadet zu überstehen, fühlt sich geliebt und unterstützt und möchte alles dieses mit der Welt teilen.
Wenn Nora nicht mit ihrem Sohn unterwegs ist, bietet sie Gesundheitscoaching für Menschen mit Histaminintoleranz & anderen Unverträglichkeiten an.
Nora Hodeige